Eine Grundlage für die nächste Internet-Generation

Irxleben. Die Machbarkeitsstudie für noch schnelleres Internet in der Hohen Börde ist vollendet. Die Studie hat der von der Gemeinde beauftragte Telekommunikationsexperte Professor Dieter Schwarzenau während eines gemeindlichen Breitband-Gipfels im Oktober im Hermsdorfer Mehr-Generationen-Haus vorgestellt.

Die Erstellung dieser öffentlich geförderten Studie ist der erste Schritt auf dem Weg zur Umsetzung des NGA-Projektes. NGA steht für das Bundesprogramm NGA (Next-Generation-Access, deutsch: die nächste Generation des Internetzugangs).

Zu den Inhalten der Machbarkeitsstudie gehören die Ermittlung des Zustands des gegenwärtig bestehenden Telekommunikationsnetzes in der Gemeinde, die Feststellung der konkreten Bedarfe von Privatbürgern und von Unternehmen im ländlichen Raum sowie die Untersuchung potenzieller Erschließungsmöglichkeiten für superschnelle Internetverbindungen in allen Ortschaften der Gemeinde. Ziel ist eine möglichst effektive Umsetzung superschneller Internetvebindungen und das flächendeckend.

Für den Fall, dass sich die in der Machbarkeitsstudie vorgeschlagenen Umsetzungsvarianten für private Telekommunikationsunternehmen nachweislich nicht rechnen („Marktversagen“), will der Staat (das Land Sachsen-Anhalt) mit Fördermitteln die Breitbanderschließung im ländlichen Raum  unterstützen. Landesweit sollen bis zum Jahr 2018 flächendeckend Internetgeschwindigkeiten von 50 Mbit pro Sekunde ermöglicht werden. Dafür sollen Fördermittel in Höhe von 100 Millionen Euro bereit stehen.

Während der Diskussion in Hermsdorf lotete Professor Schwarzenau Rahmenbedingungen für die öffentliche Förderung und die konkrete  praktische Umsetzung des Internetausbaus in der Hohen Börde aus. Auch erste vorläufige Kostenschätzungen wurden diskutiert. In der Gesprächsrunde saßen neben Gemeindebürgermeisterin Steffi Trittel unter anderem Vertreter der in der Gemeinde tätigen Telekommunikationsunternehmen (Telekom und MDDSL), Gemeinde- und Ortschaftsräte, Verwaltungsmitarbeiter sowie Theo Struhkamp, der in der  Staatskanzlei Sachsen-Anhalt zuständige NGA-Fachmann.

Im Dezember will der Gemeinderat die Machbarkeitsstudie bestätigen. Damit ist der Weg frei für weitere Etappen der Umsetzung. Der zweite Schritt wäre  eine für 2015 geplante Markterkundung für das gesamte Gemeindegebiet, Dabei wird abgefragt, ob ein Telekommunikationsunternehmen in den nächsten drei Jahren ohne öffentliche Förderung ein Hochleistungsnetz errichten würde. Wenn sich kein Telekommunikationsunternehmen auf die Marktkonsultation meldet, kann von einem Marktversagen ausgegangen werden. Daraufhin könnte Schritt drei - das Ausschreibungsverfahren zur Suche eines Netzbetreibers, der mit öffentlichen Fördermitteln ein Hochleistungsnetz aufbaut - eingeleitet werden. Neben den öffentlichen Fördermitteln müsste sich auch die Gemeinde an den Baukosten beteiligen. Bisher ist von 320 000 Euro Eigenanteil die Rede.

Die Machbarkeitsstudie (Übersicht)

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