Mit den Unternehmerinnen in eine neue Zukunft 

Die Unternehmerinnen Anja Bobach (von links), Maren Hellwig, Flavia Hollburg mit dem Wirtschaftsausschussvorsitzenden Andy Zacke und dem Goldenen Buch der Gemeinde.

Der AMU - Verband selbständiger Frauen in Sachsen-Anhalt e.V. und die Gemeinde Hohe haben heute Unternehmerinnen und interessierte Bürger ins Rathaus zu einer Diskussionsrunde zum Thema „Unternehmerinnen im ländlichen Raum – was brauchen sie, um erfolgreich wirtschaften zu können“ eingeladen.
Gemeinsam mit Vertretern aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft haben sie erarbeitet, welche infrastrukturellen Bedingungen es bereits gibt und welche noch geschaffen werden müssen. „Ich würde mein Geschäft sehr gern in Niederndodeleben betreiben. Mir ist es aber auch wichtig auszubilden und der Nachwuchs zieht eher nach Magdeburg, als in eine kleine Ortschaft“, sagt Unternehmerin Flavia Hollburg. In der ländlichen Region möchten eher junge Familien wohnen. Auch aus dem Grund, weil es in der Hohen Börde eine sehr gute Kindergartenbetreuung gibt. Die Unternehmerin gibt als Impuls, dass das regionale Marketing gefördert werden muss. „Was nützt eine Bördeschatzkiste mit 30 oder 40 Produkten aus der Region, wenn sie in Magdeburg keiner kennt.“ Auch Ferienangebote sollten bekannter gemacht werden.
Thematisiert wurde zudem die Digitalisierung und das es eine vernünftige Breitbandversorgung geben muss. „Versprechen kann ich, dass zum Ende des Jahres 2017 eine Verbesserung eintreten wird“, sagt Bürgermeisterin Steffi Trittel. Das Internet ist zum einen wichtig für die Bürger. Zum anderen ein Fluch. Denn das Internet ermöglicht den Kauf von Produkten und das ist schädlich für die Einzelhändler. Die Bürgermeisterin spricht einen weiteren Blickwinkel an. „Wir sind die Gemeinde. Wenn wir regelmäßig in unterschiedlichen Unternehmen der Gemeinde unsere Lebensmittel kaufen, dann wäre der Bedarf da und die kleinen ländlichen Läden müssten nicht schließen. Der Wirtschaftsausschussvorsitzenden Andy Zacke wirft in der Diskussionsrunde ein: „Wir müssen uns in der Hohen Börde nicht verstecken. Die Probleme, die hier angesprochen werden, sind nur auf Landes- oder Kreisebene zu lösen.“ Die interessanten angesprochenen Themen will die Verwaltung und der Landkreis deshalb mitnehmen und an die zuständigen Stellen weiter tragen. „Mir wäre es sehr wichtig, dass eine Weitergabe erfolgt“, sagt Unternehmerin Maren Hellwig. Sie ist in Rottmersleben aufgewachsen und liebt ihre Heimat. Schon ihre Eltern haben einen Blumenladen betrieben. Mit der Geschäftsidee, Blumen in einem Karton mit Süßigkeiten und Geschenken zu verschicken, hat sie das Feld seit acht Jahren erweitert. „Auch wenn ich die Zeit zurück drehen könnte, ich würde diesen Weg immer wieder gehen.“
Aufgekommen ist aus den Reihen auch die Idee eines Bördehofes, denn das hat in anderen Regionen auch schon sehr erfolgreich funktioniert. In diesem könnten dann ländliche Unternehmen ihren neuen Platz finden. Ob Bäcker, Fleischprodukte oder alles rund um den Holunder sind Produkte, die zum Einsatz kommen könnten. Als besondere Würdigung durften sich die drei Unternehmerinnen, die sich den Schritt in die Selbstständigkeit getraut haben, ins Goldene Buch der Gemeinde eintragen.

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