Zur Navigation springen Zum Inhalt springen

Zulassung zum Integrationskurs beantragen

Wenn Sie die deutsche Sprache erlernen wollen, können Sie unter bestimmten Voraussetzungen an einem Integrationskurs teilnehmen.

Der Integrationskurs vermittelt:

  • deutsche Sprachkenntnisse sowie
  • Kenntnisse der Rechtsordnung, der Kultur und der Geschichte in Deutschland

Jeder Integrationskurs besteht aus einem Sprachkurs und einem Orientierungskurs.

Es gibt verschiedene Arten von Integrationskursen:

  • Allgemeiner Integrationskurs: Dieser Kurs besteht aus 600 Unterrichtsstunden im Sprachkurs und 100 Unterrichtsstunden im Orientierungskurs.
  • Spezielle Integrationskurse: Diese Kurse bestehen aus 900 Unterrichtsstunden im Sprachkurs und 100 Unterrichtsstunden im Orientierungskurs. Es gibt sie für
    • Frauen
    • Eltern
    • junge Erwachsene, die nicht mehr schulpflichtig sind (Jugendintegrationskurs)
    • Zuwanderinnen und Zuwanderer mit Alphabetisierungsbedarf (Alphabetisierungskurs)
    • Menschen, die nicht die lateinische Schrift erlernt haben (Zweitschriftlernerkurs)
    • Menschen mit erhöhtem sprachpädagogischem Förderbedarf (Förderkurse)
    • Menschen mit Behinderungen (zum Beispiel Gehörlose, Sehbehinderte)
  • Intensivkurse: Diese Kurse eignen sich, wenn Ihnen das Sprachenlernen leichtfällt und Sie das Kursziel besonders schnell erreichen möchten und können. Ein Intensivkurs besteht aus 400 Unterrichtsstunden im Sprachkurs und 30 Unterrichtsstunden im Orientierungskurs.

Integrationskurse werden als Vollzeit- und Teilzeitkurse durchgeführt.

Vor der Teilnahme am Integrationskurs benötigen Sie einen Berechtigungsschein. Dieser ist Ihrer Teilnahmeerlaubnis, mit der Sie sich beim einem Integrationskursträger anmelden.

Wenn Sie freiwillig am Integrationskurs teilnehmen wollen, müssen Sie die Teilnahme zunächst beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) beantragen. Anschließend erhalten Sie den Berechtigungsschein.

Wenn Sie als Spätaussiedlerin oder Spätaussiedler beziehungsweise als Familienangehörige zur Teilnahme an einem Integrationskurs berechtigt sind, erhalten Sie den Berechtigungsschein durch das Bundesverwaltungsamt (BVA).

Kurztext

  • Teilnahme am Integrationskurs Zulassung
  • Maßnahme zur
    • Förderung des Erwerbs ausreichender deutscher Sprachkenntnisse sowie
    • der Kenntnisse der Rechtsordnung, der Kultur und der Geschichte in Deutschland
  • Integrationskurs besteht aus
    • einem Sprachkurs von in der Regel insgesamt 600 Unterrichtsstunden je 45 Minuten und
    • einem Orientierungskurs von insgesamt 100 Unterrichtsstunden
  • Spezialkurse für verschiedene Zielgruppen und Intensivkurse möglich
  • Ziel ist der Erwerb des Sprachniveaus B1
  • Teilnehmende benötigen vor Kursbeginn einen Berechtigungsschein
  • Teilnahme am Integrationskurs ist kostenpflichtig
    • Kostenbefreiung ist auf Antrag möglich
  • Antrag: online oder per Post
  • Auskunft durch: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)
  • zuständig: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)

 

Sie müssen den Antrag vor Beginn des Integrationskurses stellen.

 

  • Eigenbetrag pro Unterrichtsstunde (45 Minuten) ab dem 01.08.2022: 2,29 EUR
  • Gesamtkostenbeitrag für den Allgemeinen Integrationskurs 1.603 EUR
  • Gesamtkostenbeitrag für Spezialkurse, zum Beispiel Alphabetisierungskurs mit 1.000 Unterrichteinheiten plus Möglichkeit von 300 Unterrichtseinheiten Wiederholungsstunden: insgesamt 2.977 EUR

Hinweis: Sie können eine Kostenbeitragsbefreiung beantragen.

Wenn Sie keine Kostenbefreiung erhalten, können Sie beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) eine Erstattung von 50 Prozent Ihres geleisteten Kostenbeitrags beantragen. Dafür müssen Sie innerhalb von 2 Jahren nach Erhalt der Teilnahmeberechtigung die erfolgreiche Teilnahme am Integrationskurs nachweisen: Bestehen des Deutsch-Tests für Zuwanderer (DTZ) und des Tests "Leben in Deutschland".

 

  • Antrag zur Teilnahme am Integrationskurs (online oder per Post)
  • Kopie des Reisepasses oder Personalausweises
  • Kopie des aktuellen Aufenthaltstitels

 

Sie können die Teilnahme am Integrationskurs beantragen:

  • wenn Sie sich rechtmäßig und dauerhaft in Deutschland aufhalten und
  • wenn Sie keine oder nicht ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache haben (unter Niveau B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen)

Weitere Voraussetzungen:

  • Sie haben einen der folgenden Aufenthaltstitel:
    • als Fachkraft
    • als Forscherin oder Forscher
    • als selbstständig Tätige oder selbstständig Tätiger
    • zum Zweck des Familiennachzugs
    • als (aus humanitären Gründen) asylberechtigte Person, subsidiär schutzberechtigte Person, anerkannte Geflüchtete oder anerkannter Geflüchteter
    • als langfristig aufenthaltsberechtigte Person in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union
    • als Zuwandererin oder Zuwanderer mit Aufenthalt aus besonders gelagertem politischen Interesse, zum Beispiel jüdische Zuwandererin oder Zuwanderer, humanitäres Aufnahmeprogramm

und

  • Ihr Aufenthalt in Deutschland ist dauerhaft. Das ist dann der Fall, wenn Sie
    • eine Aufenthaltserlaubnis von mindestens einem Jahr haben oder
    • seit über 18 Monaten eine Aufenthaltserlaubnis besitzen, es sei denn Ihr Aufenthalt ist vorübergehender Natur.

Wenn Sie nicht unter die oben genannten Gruppen fallen, können Sie die Teilnahme am Integrationskurs beantragen, wenn Sie

  • einen dauerhaften und rechtmäßigen Aufenthalt haben (zum Beispiel als Bürgerin oder Bürger der Europäischen Union oder als Familienangehörige) und
  • nicht über ausreichende deutsche Sprachkenntnisse verfügen.

Die Zulassung ist in diesem Fall möglich, solange Kursplätze verfügbar sind.

Wenn Sie die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, können Sie ebenfalls die Teilnahme an einem Integrationskurs beantragen, wenn Sie

  • nicht über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen und
  • in besonderer Weise integrationsbedürftig sind.

Sie können bereits während eines laufenden Asylverfahrens zum Integrationskurs zugelassen werden, wenn Sie

  • eine Aufenthaltsgestattung haben und
  • noch in keinem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union einen Asylantrag gestellt haben oder dazu verpflichtet sind.

Sie können zur Kursteilnahme ferner zugelassen werden,

  • wenn Sie eine Duldung besitzen, weil:
    • dringende humanitäre oder persönliche Gründe oder
    • erhebliche öffentliche Interessen Ihre vorübergehende weitere Anwesenheit in Deutschland erfordern.
  • wenn Sie eine Aufenthaltserlaubnis besitzen, weil
    • Ihre Ausreise aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen unmöglich ist und
    • Sie unverschuldet an der Ausreise gehindert sind.

Hinweis: Eine Zulassung ist nicht möglich:

  • bei erkennbar geringem Integrationsbedarf,
  • wenn Sie bereits über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen,
  • wenn Sie der allgemeinen Schulpflicht unterliegen,
  • wenn Sie als junge Erwachsene oder junger Erwachsener eine schulische Ausbildung aufnehmen oder Ihre Schullaufbahn in Deutschland fortsetzen.

Rechtsgrundlage

§ 44 Absatz 1 und 4 Aufenthaltsgesetz (AufenthG)

§ 55 Absatz 1 Aufenthaltsgesetz (AsylG)

§ 60 a Absatz 2 Satz 3 Aufenthaltsgesetz (AufenthG)

§ 25 Absatz 5 Aufenthaltsgesetz (AufenthG)

§ 5 Absatz 1 der Verordnung über die Durchführung von Integrationskursen für Ausländer und Spätaussiedler (Integrationskursverordnung - IntV)

§ 11 Absatz 1 des Gesetzes über die allgemeine Freizügigkeit von Unionsbürgern (Freizügigkeitsgesetz/EU - FreizügG/EU)

§ 24 Aufenthaltsgesetz (AufenthG)

Rechtsbehelf

  • Widerspruch
  • Klage vor dem Verwaltungsgericht

 

Formulare vorhanden: Ja

Schriftform erforderlich: Nein

Formlose Antragsstellung möglich: Nein

Persönliches Erscheinen nötig: Nein

Online-Dienste vorhanden: Ja

Weitere Informationen

Es gibt keine Hinweise oder Besonderheiten.

 

Bitte geben Sie Ihre Ortsauswahl in der Zustängigkeitssuche an. Nur so wird es möglich einen Ansprechpartner zu ermitteln.

Quelle der Inhalte: Landesportal ST