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Ersetzung der Einwilligung eines Elternteils in die Adoption beantragen

Für eine Adoption, bedarf es der Einwilligung beider Eltern und des Kindes. In Ausnahmefällen kann das Familiengericht die Einwilligung eines Elternteils in die Adoption ersetzen. Das zuständige Jugendamt ist verpflichtet, die Eltern zu dem Verfahren zu beraten und belehren.

Soll ein Kind adoptiert werden, müssen beide Elternteile und das Kind in eine Adoption einwilligen. Die Einwilligung eines Elternteils kann in bestimmten Ausnahmefällen durch das Familiengericht ersetzt werden.

Eine Ersetzung der Einwilligung eines Elternteils ist möglich, wenn dieser gegenüber seinem Kind gleichgültig ist, oder
seine Pflichten gegenüber seinem Kind für einen längeren Zeitraum grob verletzt.
In den vorgenannten Fällen kann die Einwilligung nur ersetzt werden, wenn es für das betroffene Kind mit besonders schwerwiegenden (unverhältnismäßigen) Nachteilen verbunden sein würde, wenn eine Adoption nicht erfolgt.

Eine Ersetzung der Einwilligung eines Elternteils ist außerdem möglich, wenn dieser seine elterlichen Pflichten besonders schwer verletzt hat und aus diesem Grund anzunehmen ist, dass das Kind nie im Haushalt dieses Elternteils leben wird.

Eine Ersetzung der Einwilligung ist auch möglich, wenn ein Elternteil unter einer besonders schweren psychischen Erkrankung oder einer besonders schwerwiegenden geistigen oder seelischen Behinderung leidet und aus diesem Grund sein Kind dauerhaft nicht betreuen und erziehen kann und wenn in einem solchen Fall die Entwicklung des Kindes schwer gefährdet würde, wenn eine Adoption nicht erfolgt.

Voraussetzung für eine Ersetzung der Einwilligung ist damit in jedem Fall, dass es für das betroffene Kind erhebliche negative Auswirkungen mit sich bringt, wenn es nicht adoptiert werden kann. Leichte Nachteile die für das Kind entstehen können, wenn es nicht adoptiert wird, rechtfertigen keine Ersetzung einer Einwilligung in eine Adoption.

Wenn die Einwilligung ersetzt werden soll, weil ein Elternteil sich seinem Kind gegenüber gleichgültig zeigt,ist das Jugendamt verpflichtet, den Elternteil darüber zu informieren (belehren), dass eine Ersetzung seiner Einwilligung möglich ist. Es muss den Elternteil darauf hinweisen, dass das Familiengericht die Einwilligung erst nach Ablauf von drei Monaten nach der Belehrung ersetzen darf.
Diese Belehrung ist nicht erforderlich, wenn der Aufenthalt des Elternteils nicht bekannt ist und trotz entsprechender Bemühungen durch das Jugendamt in drei Monaten nicht festgestellt werden kann.
Soll die Einwilligung ersetzt werden, weil ein Elternteil seinem Kind gegenüber gleichgültig ist, soll das Jugendamt diesen Elternteil darüber informieren(beraten), welche Hilfen angeboten werden können, falls der Elternteil selbst die Erziehung seines Kindes in seiner Familie übernehmen würde.
Diese Beratung erfolgt nicht, wenn das Kind bereits länger in der Familie, die es adoptieren will in Pflege ist und bei einer Aufnahme in den Haushalt des Elternteils schwere Schäden für das Kind zu erwarten wären.

In den Fällen, in denen die Mutter die alleinige elterliche Sorge ausübt, muss das Jugendamt den Vater über seine rechtlichen Möglichkeiten beraten. Gemeint ist hier beispielsweise ein Hinweis auf die Möglichkeit der Beantragung der alleinigen elterlichen Sorge für das Kind durch den Vater.

Kurztext

  • Verfahren zur Annahme als Kind Beratung und Belehrung
  • Die Einwilligung eines Elternteils in die Adoption seines Kindes kann durch das Familiengericht aus verschiedenen Gründen ersetzt werden.
  • Nähere Informationen kann die Adoptionsvermittlungsstelle des örtlichen Jugendamtes erteilen.

 

Wenden Sie sich an das Jugendamt. Erst nachdem Sie belehrt wurden, kann das Familiengericht die Einwilligung ersetzen.

Landesjugendamt

 

  • Die Einwilligung in die Adoption kann frühestens fünf Monate nach Geburt des Kindes durch das Familiengericht ersetzt werden.
  • Wird die Einwilligung ersetzt, weil das Kind dem Elternteil gleichgültig ist, kann dies außerdem frühestens drei Monate nach Belehrung durch das Jugendamt erfolgen (allerdings in keinem Fall früher als fünf Monate nach der Geburt des Kindes).

 

Für die Durchführung des familiengerichtlichen Verfahrens zur Ersetzung der Einwilligung in eine Adoption entstehen in der Regel Kosten.

Für die dem Jugendamt in diesen Verfahren zukommenden Aufgaben werden keine Kosten erhoben.

 

Die verschiedenen Voraussetzungen, die zu einer Ersetzung der Einwilligung eines Elternteils in die Adoption seines Kindes führen können, sind unter „Volltext“ aufgeführt.

Rechtsgrundlage

§ 1748 BGB

§ 51 SGB VIII

§§ 186 ff FamFG

Rechtsbehelf

Beschwerde gemäß §§ 58 ff. FamFG binnen eines Monats

 


Ansprechpartner

Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt - Landesjugendamt - Familie und Frauen

Ernst-Kamieth-Straße 2
06112 Halle (Saale), Stadt
0345 514-1657
poststelle[at]lvwa.sachsen-anhalt.de
www.lvwa.sachsen-anhalt.de/landesjugendamt

Frau Brockmeier

Mitarbeiter Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt - Landesjugendamt - Familie und Frauen

Frau Brockmeier

Mitarbeiter Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt - Landesjugendamt - Familie und Frauen

Landkreis Börde - Jugendamt

Triftstraße 9-10
39387 Oschersleben (Bode), Stadt
+49 3904 7240-6461
+49 3904 7240-51470
jugend[at]landkreis-boerde.de

Postanschrift:
Postfach Postfach 100153
39331 Haldensleben, Stadt

Di. 9:00 - 12:00 und 13:00 bis 18:00 Uhr
oder nach Vereinbarung

Herr Matthias Wendt

Mitarbeiter Landkreis Börde - Jugendamt

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+49 3904 7240-1423
+49 3904 7240-51470
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Quelle der Inhalte: Landesportal ST